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Dieser Blog dreht sich ums Studentenleben in Korea. Die Hauptseite meiner Blog-Welt ist unter folgender Adresse zu sehen:

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Mittwoch, 25. November 2009

Akademikoreanisch

Ein weiteres auffallendes Merkmal des Masters in Korea, erst Recht an einer Elite-Uni wie der Godae, ist der Gebrauch von Englisch und Koreanisch. Noch viel stärker als im Deutschen (bzw. es mir im Deutschen auffällt...) wird Englisch und Koreanisch fröhlich durcheinander gemischt und selbst das Koreanisch selbst ist hochgestochen, künstlich und oft eine direkte Übersetzung aus dem Englischen.
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Das macht es mir sehr einfach dem Unterricht zu folgen, denn Englisch, das kann ich ja. Und damit wäre auch ein Geheimnis gelüftet, warum ich im Unterricht keine Verständnisprobleme habe. Viele haben sich ja interessiert, ob meine Vorlesungen auf Koreanisch oder Englisch sind. Je mehr ich höre und je mehr Kontakt ich auch mit meinen Mitstudenten habe, desto deutlicher wird es, dass das Master-Studium weder Koreanisch noch Englisch ist; es ist Akademikoreanisch. Eine Mischung aus Schriftkoreanisch, Englisch und Chinesisch, mit gelegentlichen volkstümlichen Einsprenklern, um nicht völlig abgehoben zu klingen.
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Beispiele? Gerne, heute in Politischer Kommunikation. Es zeigt, dass es nicht nur bei wirklich spezifischen Fachtermini, sondern auch bei ganz normalen Zusammenfassungen und Diskussionen teils abstrus abgeht:
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Prof: author의 hypothesis 의하면 왜 going out to talkshows candidate에 유리한가? understanding을 위해서 summarizing 좀 해보자.
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Antwort HiWi: Entertainmental Media 이용하는 User들이 더 persuasible한, 그리고 생각보다 turnout도 높은 voter들입니다. Priming Effects는 relatively low affinity republican political id 갖고 있는 viewer같은 경우에 놀랍게도 더 strong인걸로 나왔고, 특히 individual likeabilty같은 측면에서 보면 candidate의 entertainment talkshow appearence가 traditional news media에 출연하는 것보다 큰 effects 있을 수 있다는 결과가 나왔습니다. 왜냐하면, entertainment talkshows, 모 oprah winfrey라든지, david letterman라든지, negativity도 상당히 낮은 type of media이고, cynicism도 낮잖습니까? 특히 heuristic cues으로 candidate를 선택하는 경우에는 individual traits가 issue preference보다 더 중요함으로써 이런 것이 entertainment program의 주요 focus 이니까 그것 땜에 이런 results 나오지 않을까 싶습니다.
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(Falsches Koreanisch geht auf meine Kappe, kann mich nicht mehr genau dran erinnern)
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Wundert sich da noch jemand, dass die alten Koreaner Chinesisch einfach so integriert haben? Im Uebrigen ist das nicht auf Akademisches im universitaeren Bereich beschraenkt. Auch bei der Arbeit, sei es nun im Journalismus oder im Marketing, haben die englischen Woerter laengst alles andere verdraengt. Wenn wir das bei der Arbeit dann noch mit Deutsch vermischen, wirds richtig lustig.
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Samstag, 21. November 2009

Initiationsriten und Abkürzungen

So langsam bekomme ich mit wie der Master läuft. Ich hatte ja von Anfang an die Vermutung, dass wenn ich vom Stoff her nicht mitkomme, da irgendwas schieflaufen muss, da ich weiß wie "fleißig" die meisten koreanischen Studenten im Vergleich zu mir sind.
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Nach den ersten Sauf- und Kaffeerunden mit den Mitstudenten wurde dann immer deutlicher: Wer die Literatur im Master selbst liest, ist ganz schön dumm.
Die besten Strategien bisher:
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1. Die Horrorreferate sind nur der Aufguss alter Handouts aus vorangegangenen Jahren mit ein paar eingesprenkelten Zitaten aus Sekundärliteratur.
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2. Wenn das Mal nichts hilft, gibt es ja immer noch Mitschriften und Zusammenfassungen von denjenigen in den höheren Semestern, die gegen ein paar Nettigkeiten rausgerückt werden.
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3. Wenn auch das nicht klappt, gibt es immer noch das HiWi-Frühwarnsystem. Wenn der Prof. unangekündigte Tests schreiben will oder er ein Konzept für den Unterricht vorher zurecht gemacht hat (selten genug), dann kann man sich sicher sein, dass die HiWis das innerhalb weniger Stunden rumgeschickt haben.
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4. Und ansonsten hilft auch Querlesen: 600 Seiten in 20 Minuten. Inhaltliche Tiefe gibt es dabei nicht, aber einen Überblick verschafft es. Wenn Koreaner etwas in der Schulausbildung lernen, dann sinnlose Berge von Fakten und Inhalten zu ordnen und auswendig zu lernen. Für eine Woche haben sie dann beeindruckendes Wissen, danach ist wieder genug Platz für Saufspielregeln.
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Klingt das jetzt verbittert? Nein, deutsche Studenten haben auch so ihre Abkürzungen und ich werde trotzdem so weit wie möglich versuchen, die Texte zu lesen und die Zusammenfassungen selbst zu schreiben. Ich muss mir mit dem Master nichts mehr beweisen, ich mache das, weil ich das Thema wirklich verstehen will und später Mal ein abrufbares, vernetztes und komplexes Wissen zum Thema haben möchte, nicht um Herrn Prof. X in der Stunde eine pseudointellektuelle Frage an den Kopf zu werfen, um so Aktivität vorzutäuschen (dieses Stadium hatte ich schon in der Oberstufe perfektioniert, grins).
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Freitag, 30. Oktober 2009

Referate

Es gibt so Sätze und Zahlen, die machen einem einfach nur Angst. Gestern im Hauptseminar Vergleichende Politikwissenschaft:
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"Den Teil lassen wir Mal aus, das könnt Ihr ja auf Seite 32 (!!!) seines Handouts nachlesen. Außerdem hast Du ja eh nur eine Stunde für dein Referat, also beeil dich ein bisschen."
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Ich hab noch zwei von diesen Referaten vor mir bis Weihnachten. Halleluja.
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Samstag, 10. Oktober 2009

Statistik nach FJS

Franz-Josef Strauss über die Aussagekräftigkeit von Statistiken:
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"Der eine vertilgt eine ganze Kalbshaxe, der andere trinkt zwei Maß Bier. Statistisch gesehen sei das für jeden eine Maß Bier und eine halbe Haxe. Aber der eine hat sich überfressen, und der andere ist besoffen."
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Montag, 5. Oktober 2009

Deutschlernen

Hauptinhalt meines Studiums derzeit ist Defizite aufholen. Sicher, das ist irgendwie grundsätzlich so im Leben, dass es darum geht, Nichtwissen zu minimieren. Aber das kommt derzeit mit einer Ballung auf mich zu, dass ich explodiere. Ich habe förmlich Muskelkater im Kopf.
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Ein Großteil des Defiziteaufholens heißt sich mit Schlagwörtern ausrüsten, die in akademischen Debatten fröhlich in die Runde geworfen werden. Wörter, die ich immer meine, irgendwie zu kennen, aber nie hinterfragt habe. Jetzt lerne ich sie.
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Überhaupt ist mein ganzes Studium in den ersten 5 Wochen kaum politisch gewesen. Es ging um Psychologie, Wissenschaftstheorie, Statistik und Methodik, ein wenig Gender Studies, eine ganze Menge Kommunikationswissenschaft und Informationsverarbeitung und ansonsten um Philosophie.
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Dementsprechen habe ich die Bedeutung folgender früher nur passiv gekannter Wörter kennengelernt - faszinierend!
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Positivismus
Konstruktivismus
Postmoderne
Kritische Theorie
Republikanismus
Idiosynkrasie
nomothetisch
abhängige Variable
teleologisch (naja, das wusst ich zumindest Mal)
Hermeneutik
Holismus
Heuristik
Makro-Funktionalismus, Mikro-Funktionalismus
Ontologie
Aporia
Rechte der Dritten Generation
Pomotopia
Heterotopia
Eschatologie
Apotheose
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usw und so fort....