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Dieser Blog dreht sich ums Studentenleben in Korea. Die Hauptseite meiner Blog-Welt ist unter folgender Adresse zu sehen:

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Dienstag, 3. April 2007

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Mutter Gottes
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Komme gerade von einem leckeren Abendessen bei meinem Lieblingssinokoreaner (was ein Wort) mit Vuong, Yori, Jakub und Junhwan wieder. Vorher waren Jakub, Vuong und ich noch Baseballspielen...Also Ballmaschinen und wir müssen treffen. Das beste Hobby der Welt und es wird demnächst all meine 500-Won-Münzen fressen. Überhaupt sind 500-Won-Münzen für das Leben hier essentiell: 1. Getränkeautomaten 2. Waschmaschinen 3. Trockner 4. Eistruhen 5. Baseballcages 6. Basketballspiele.
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Wie auch immer, das Thema meines heutigen Postings ist mal wieder Christenschelte, denn 1. habe ich heute wieder einen mit Kreuz und Megaphon gesehen und 2. habe ich in der U-Bahn die Geschichte von der Mutter Gottes erzählt, die mir wieder einfiel als wäre es gestern passiert und die ich unbedingt im Blog schreiben wollte.
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Mutter Gottes
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Personen: Jan, Hausfrau 1, Hausfrau 2, Studentin 1, Hausfrau 3
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Ort: Ausgang Homeplus am Rathaus Dongdaemun, Seoul, Korea, Erde (wichtig zu betonen!)
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Jan kommt die Rolltreppe runter, sein Wagen voll mit Einkäufen, will zum Ausgang. Aus dem Gebüsch eines Blumenladens springt eine Hausfrau vor meinen Wagen.
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H1: "Sie haben ja sehr viel gekauft. Haben Sie ein wenig Zeit?"
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J: "Ja, ein wenig. Ist das eine Kundenbefragung?"
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H1: "Nein, wir möchten ihnen ein Geheimnis mitteilen."
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J:" Ein Geheimnis? Aha."
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H1: "Ein wirklich wichtiges Geheimnis. Verstehen Sie Koreanisch?
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J: "Ein bisschen. Worum geht es denn nun"
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(Autritt H2, durch ein Zeichen von H1 herangewunken)
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H2: "Hier lesen Sie - dort steht das Geheimnis."
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J: (genervt) "Ja, geben Sie her, ich lese es zuhause durch."
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H1: "Nein nein, wir haben nur eines davon. Wir können das jetzt mit Ihnen zusammen lesen".
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J: "Wissen Sie ich habe wirklich kaum Zeit. Sagen Sie kurz, worum es geht, damit ich gehen kann."
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(H1 reagiert panisch auf das Wort "gehen", auf ein Zeichen taucht gutaussehende Studentin 1 auf und stellt sich an die Kopfseite des Einkaufswagens mir gegenüber)
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S1: "Sie sprechen sehr gut Koreanisch, sind Sie Lehrer?"
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J: "Austauschstudent. Das Geheimnis. Schnell."
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H1: "Sie wissen ja, wer Gott ist. Aber wo ist Gott?"
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J: "Im Christentum im Himmel"
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H1: "Falsch, er ist in uns, in jedem von uns. Haben Sie Gott?"
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J: "Irgendwo zwischen meinen Eingeweiden könnte da etwas sein."
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(H2 guckt irritiert, H1 lässt sich nicht beirren und liest seitenlang Erklärungen über den Charakter Gottes vor, während J sein Handy heraus holt und eine SMS schreibt. Zwischendurch immer wieder Nicken und "Ja", während S1 sich meine Einkäufe betrachtet) )
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J: "Ich gehe jetzt."
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H1: "Nein. Sie kennen das Geheimnis noch nicht"
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(J schiebt den Wagen ein Stück voran, doch S1 hält ihn fest. H3 kommt hinzu und ruft den Christenweibern zu, dass sie den Ausländer gefälligst in Ruhe lassen sollen)
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H1: "Sehen Sie, wer das Geheimnis nicht kennt, wird schnell böse"
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J: "Ehrlich gesagt bin ich auch langsam sehr böse. Erzählen Sie mir endlich das Geheimnis, damit ich gehen kann"
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H1: "Also haben Sie verstanden, was der Charakter Gottes ist?"
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J: "Gott ist in allen. Wir können ihn spüren. Er ist nicht im Himmel, sagen sie."
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H1: "Er versteht so schnell"
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S1: "Beeindruckend. Sie sind gesegnet!"
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J: "Ja, danke. Geheimnis"
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H1: "Haben Sie einen Vater? Eine Mutter?"
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J: "Ja natürlich, jeder hat eine Mutter und einen Vater und jetzt das Geheimnis bitte."
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H1: "Genau! Und das Geheimnis: Gott hat auch eine Mutter. Wollen Sie sie kennenlernen?"
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J: "Gottes Mutter kennenlernen? Ich denke Gott ist in uns, dann ist Gottes Mutter doch auch schon bestimmt drin. Also gehe ich nach Hause und unterhalt mich mit ihr später, ja?"
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H2: "Nein nein, Gottes Mutter wohnt hier um die Ecke"
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H2: "Genau, kommen Sie gleich mit, dann können Sie sie kennenlernen"
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J: "Jetzt reichts. Ich möchte diese komische Mutter nicht kennenlernen und ich glaube sowieso nicht an Gott und Jesus. Nicht wie sie es erklären."
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H1: "Wie dann? Wir können mit der Mutter darüber reden."
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J: "Ich bin Buddhist. Darf ich jetzt gehen?"
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H2: "Buddhist? Sie sind Westler, sie dürfen nicht Buddhist sein."
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J: "Verbiet mir das ihre komische Mutter?"
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H1: "Wir schieben jetzt ihren Wagen und dann können wir ihren Einkauf nach Hause bringen. Aber vorher gehen wir zur Mutter"
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J: "Es reicht. Aus dem Weg oder ich bitte andere um Hilfe."
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H2: "Danke, dass sie uns zugehört haben. Einen schönen Abend noch"
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Dieses Gespräch war ohne Zweifel das MERKWÜRDIGSTE und ABGEDREHTESTE, was mir jemals passiert ist. Nicht nur, dass der Verlauf jeglichen Theorien von Psychologie oder sonst was widersprechen, die Freundlichkeit mit der diese versuchte Freiheitsberaubung abgewickelt wurde, erinnerte einfach wieder mal an Mafia.
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Also merkt Euch. Die Mutter Gottes wohnt in Seoul, in Dongdaemun, gleich um die Ecke vom Homeplus und in der Freizeit - so konnte man auf dem Flyer sehen - klöppelt sie gerne in traditioneller Tracht auf der Veranda....
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2 Kommentare 덧글:

Anonym hat gesagt…

ROFL!

Anonym hat gesagt…

so dreisst sind die nichmal in polen...