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Sonntag, 22. April 2007

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Wo sich Apfel und Fasan Gute Nacht sagen
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Auch wenn ich jetzt gerade in Danyang sitze, moechte ich mit dem Bericht doch chronologisch anfangen.
Habe mich gestern nach der Lerngruppe in die Bahn gesetzt, dann in den Bus und dann war ich knapp 1:40 Stunden spaeter ploetzlich in Chungju, einer Kreisstadt mit 200.000 Einwohnern. Die Apartmentblockdichte haelt sich in Grenzen, die Haeuser sind meist 3-stoeckig, es gibt Baeume auf der Strasse, Baenke, Muelleimer aber viel zu viele Menschen und der Busbahnhof ist moderner als der in Ost-Seoul, vom riesigen Lotte-Center nebenan gar nicht erst zu reden. Mir wurde sehr schnell klar, dass hier noch nicht mein Endziel gewesen sein durfte, da ich dafuer nicht haette aus meinem kleinen Dorf Anam fluechten muessen.
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Also in den naechsten Bus gesetzt, der auch um Halb 10 noch alle 15 Minuten quer durch die Berge fuhr und irgendwann war ich dann in Suanbo, einem ..naja..Heilbad waere wohl uebertrieben, aber sie haben eine Heilquelle, viele Hotels und als ich ankam gerade das Fest zum Fruehlingssaisonbeginn. Das heisst, dass halb Korea in dem beschaulichen Ort war und bis in die Puppen bei gegrillten Muscheln, viel Soju und Dongdongju beisammen sass, es einen kleinen Rummel und einen grossen Markt gab und.....eine Transvestitenkaraokeshow.
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Jawoll, Korea, Konfuzianismus und so - Ein Transvestit macht Karaoke und feuert Ajeosshis an mitzumachen - leider sind einige von den Ajeosshis so betrunken, dass sie nicht merken, dass das ein Transvestit ist und ihn antanzen etc., was dann wiederum bei mir fuer grosse Belustigung sorgte.
Irgendwie sah ich da meine Zukunf - also jetzt ohne den Travestieteil, aber wie ihr wisst, werde ich ja mal Schlagersaenger und tingele von Dorffest zu Dorffest.
Dann gab es noch getrocknete Fruechte fuer mich, die extreeeem lecker schmeckten und einen echten Chungju-Apfel. Jeder Koreaner wird bestaetigen, dass Chungju-Aepfel die besten der Welt sind und ich muss sagen....Einer kostet zwar 1300 Won, aber er ist jeden Happen wert. Saftig, schmackhaft, shingi hada!
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Dann ging es in ein Hotel, fuer 25.000 Won (20 Euro) ein Zimmer mit allem drum und dran bekommen und vor allem...mit BADEWANNE. Etwas, was ich schon vergessen hatte. Also ab in die Wanne, Quellwasser heiss aufgedreht und - angefangen zu lernen, denn dafuer kam ich ja eigentlich aufs Land.
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Dann habe ich tatsaechlich noch 2 Stunden weitergelernt bevor ich mich in das superbequeme Bett fallen liess - ein guter Tag.
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Morgens ging es dann direkt wieder ans Auschecken und Mittagessen (denn morgens fuer mich war objektiv gesehen mittags :D).
Eigentlich wollte ich die regionale Spezialitaet, hauchduenne Fasanenstreifen mit Pilzen probieren, aber der Preis von 30.000 pro Person hielt mich dann doch ab, zumal sich meine Barreserven ziemlich dem Ende zuneigten.
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Stattdessen gab es eine andere regionale Spezialitaet, die es zwar ueberall gibt, aber hier besonders zubereitet wird - Dotorimuk. Suesses Eichelgelee (aehnlich wie Suelze oder Pastete gemacht) mit Wildkraeutern und suess-scharfer Sauce. Goettlich, aber leider zu viel.
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Dann geriet ich ploetzlich in eine traditionelle Zeremonie, die dafuer abgehalten wird, dass die Berggoetter weiterhin gnaedig sind und die Quellen sprudeln. Dies wurde mir uebrigens von einer perfekt englisch sprechenden Mutti erklaert, die die Touristeninfo in Suanbo leitet. Ich redete mit ihr auf Koreanisch, sie auf Englisch und wir waren beide gluecklich.
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Dann gings in den Bus - mal wieder - in Richtung Chungju zurueck. Dann in Richtung Chungju-Dam, einem der groessten Staudaemme Koreas, wo ich schliesslich die Faehre bestieg und im Paradies angekommen war.
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Der Anfang, das heisst die ersten 30 Minuten sind noch recht unspektulaer. Berge mit Wasser dazwischen, superschoen, aber mit der Zeit dann nichts Atemberaubendes mehr.
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Nachdem mich eine Wandergruppe des oertlichen Tanzvereins in Chungju darauf aufmerksam gemacht hatte, dass es jetzt toll wird (und mich nebenbei mit Soju und Tomaten abgefuellt hatte), wurde es dann auch tatsaechlich noch toller als zuvor. Es wurde so Asien, dass mehr Asien nicht mehr aushaltbar waere. Felsenschluchten, Biegungen, Pavillons, Kraniche, die sich von Felsen zu Felsen schwingen, glasklares Wasser (ok, hier dann nicht mehr Asien :D) und kaum hatten wir die ersten beiden der "Acht Schoenheiten Danyangs" passiert, gab meine Kamera den Geist auf. Batterie leer. Ich habe zwar das Uebertragungskabel mitgenommen, nicht aber eine Aufladestation. Toller Jan. Ganz toller Jan. Jedenfalls mussten wir runter vom Boot und erst mal 100 Meter den Berg hochkraxeln. Loreley, hier kannst du noch was lernen.
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Dort angekommen hatte eine weitere Wandergruppe voller Ajummas ihre traditionellen Instrumente - die sich leider auf Krachmachen beschraenkten - ausgepackt und tanzend wie vom Teufel gehetzt an einem malerisch gelegenen Baum. Die Kamera. Ich haette sie wirklich gebraucht.
Dann, hier inmitten des Nichts, auf ca. 1000 Meter Hoehe, dort wo Koreas EXAKTE Mitte liegt (markiert von der Jungang-tap) verkehrt der Bus dann nur noch alle zwanzig Minuten. Vorbei an wirklich schoenen kleinen Doerfern durch den Sobaeksan-Nationalpark wieder hinunter bis wir nach Danyang kamen.
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Auch diesmal hatte ich das Pech in keinem richtigen Love-Motel unterzukommen. Keine Kondome, keine Pornos, kein Whirlpool und kein Vibrationsklo. Ein ganz normales Hotelzimmer, diesmal fuer 30.000 Won. Frechheit.
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Und was sonst noch passierte, hoert ihr dann morgen. Achso, falls ihr euch ueber den Titel wundert: Kkuong is der koreanische Name fuer Fasan. Ja, ich finds auch witzig :P
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