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Dieser Blog dreht sich ums Studentenleben in Korea. Die Hauptseite meiner Blog-Welt ist unter folgender Adresse zu sehen:

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Donnerstag, 26. April 2007

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Seoul Town Meeting
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War heute beim Seoul Town Meeting, dem alljährlichen Treffen von Ausländern und Stadtverwaltung, um über Verbesserungen für Ausländer und Investoren hier zu reden.
Allein, dass es dieses Event gibt, wäre schon Grund genug zu Jubelschreien anzusetzen, zumal der Vizebürgermeister, die Frau für Press Relations des National Pension Funds, der Sprecher der Korea Police Agency und weitere Experten aus allen Bereichen der Verwaltung zugegen waren, um den Zuhörern Infos zu geben und ihre Fragen zu beantworten.
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Worin artete das wieder aus? Frustablassen von Frustrierten. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass jetzt inmitten des blühenden und grünenden Seouls bei heute Mittag um die 25 Grad in der Sonne diese Frustrierten erst Recht aus den Löchern kommen. Oder es fällt nur jetzt gerade auf, weil im Winter sowieso alle depressiv sind.
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Sicher gab es auch einige vernünftige Fragen, aber ein paar Dialoge möchte ich in Ergänzung zum letzten Posting über mich und "Ausländer" doch wiedergeben, Sarah war dabei...
Das Event fand übrigens in der Taepyong Hall des Rathauses statt, kostenlos Kaffee und Kekse, eine große Tüte mit Broschüren und Infos zur Seoul etc.
Im Anschluss an das Meeting gab es dann noch eine kostenlose Musical-Martial-Arts Performance der international aufgetretenen Gruppe "JUMP" inklusive Shuttle-Bus, der uns hinbrachte.
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Theatergruppen
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Ein schmieriger Typ, der seit 6 Jahren in Korea wohnt und noch immer kein Wort Koreanisch kann, macht "Kulturorganisation mit Ausländern" hier und beschwert sich darüber, dass kein Theater ihm die Räume vermietet. Später fand ich dann raus, das die Theater 1.000.000 Won pro Tag kosten. Kein Wunder, dass die ihm das nicht vermieten - jedes Theater sollte ein Interesse an Rentabilität haben und daran seine Miete auch zu bekommen - was "vorsichtig gesagt" vielleicht bei einer privaten Englischlehrertheatergruppe, die mitten in Seoul auf Englisch spielen wollen, nicht ganz gewährleistet ist. Hätten wir uns damals mit der Schultheatergruppe auch mal an die Berliner Stadtverwaltung wenden sollen, dass wir nur die Aula haben und nicht ins Schauspielhaus dürfen.
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Busfahren
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Jemand, der seit 3 Jahren in Seoul wohnt, findet das Busfahren so kompliziert, weil alles auf Koreanisch ist. Mal abgesehen davon, dass die Bushaltestellen selbst auch auf Englisch ausgeschildert sind und bei den Routenplänen und Ansagen im Bus immerhin alle U-Bahnhöfe auf Englisch angesagt werden, finde ich es wirklich nicht zu viel verlangt von einem Ausländer, der hier permanent residency status hat, zumindest die 24 Buchstaben des koreanischen Alphabets zu lernen, wenn er denn schon Bus fahren will. Mal abgesehen davon, dass diese Investition einiger Nachmittage einem im Leben in Seoul allgemein weiter helfen könnte.
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Parkplätze
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Eine Amerikanerin fährt mit dem Auto in der Stadt herum (selbst Schuld) und möchte jetzt von der Seouler Stadtverwaltung eine Onlinekarte mit kostenlosen Parkhäusern, damit sie besser parken kann. Auf den Hinweis, dass es mindestens an jeder Bezirksverwaltung ein Parkhaus gibt und man öffentliche an Zeichen erkennen könne, schüttelte sie angewidert den Kopf und war ruhig.
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Herr Minister
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Eine Dame aus Südostasien wollte Informationen zu Immigration und wo man sich beschweren kann, wenn man Probleme hat. Der Chef der Polizei wies daraufhin, dass man dies direkt auf der Homepage machen könne, sowohl auf Englisch als auch auf Koreanisch. Damit war sie nicht zufrieden und forderte allen Ernstes die Telefonnummer des MINISTERS. Der Polizeichef konterte aber grandios und meinte, die Nummer habe er gerade nicht. In Korea wechseln die Minister so oft, da könne man nicht alle haben.
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Falschparken
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Den Knaller schoss aber vom ganzen Auftreten schon ein Amerikaner ab: Ein armer armer Amerikaner fand nie einen Parkplatz vor seiner Tür. Also ging er zur Stadtverwaltung und die machten ein "Parken Verboten"-Schild hin, damit nur noch er dort parken durfte. Doch die bösen Koreaner hielten sich nicht daran und parkten weiter dort. Jetzt bietet der Polizeivertreter als Lösung eine Überwachungskamera an - der Amerikaner findet das aber nicht genug, er möchte sich nun an eine übergeordnete Polizeibehörde wenden. Das beste war dann, dass er vor versammelter Truppe raushaute, dass er "das zivilisiert regeln wolle und nicht einen koreanischen Krieg veranstalten".
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Habe schon wieder SOOOO einen Hals. Um es mal poetisch auszudrücken:
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Was mir auf die Nerven geht,
wo man sitzt und steht,
sind nicht die Ajummas, die gern drängeln,
sondern die Waeguks, die nur quängeln.
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2 Kommentare 덧글:

Anonym hat gesagt…

lol, na irgendwie bin ich erleichtert dass ich nich hin bin - konnte nich wegen prüfungen... aber mir reichen schon die paar ausländer hier in meinem wohnheim, die kein wort koreanisch lernen wollen und sich auch noch beschweren wie scheisse alles ist -_-

prüfungsmäßig ist übrigens alles sehr locker gelaufen, bin auf jeden fall im oberen noten-bereich und wiedermal zu viel studiert - wobei das ja an sich nicht schlecht ist, hehe. bin dann erstmal weg nach japan, bis denne

Anonym hat gesagt…

*sprachlos-kopfschüttel*
bis zum 23.5.!;o)